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Schwaches Feld: ein Loch in der Bauernstellung

Auf einen Blick

Ein schwaches Feld ist ein Feld, das kein eigener Bauer mehr bewachen kann. Dort kann sich eine gegnerische Figur festsetzen, ohne dass ein Bauer sie vertreibt. Aaron Nimzowitsch spricht vom schwachen Punkt und vermutet, dass man ihn über die Blockade entdeckt hat. Am Brett hilft dir die Idee, unnötige Bauernzüge zu vermeiden und die Löcher deines Gegners zu nutzen.

Kurz erklärt

Ein Bauer bewacht nur die zwei Felder schräg vor sich. Ist er vorgerückt, kann er die Felder hinter sich nie mehr bewachen. So entsteht leicht ein Feld, das kein Bauer seiner Farbe mehr erreicht. Ein solches Feld heißt schwach, oft auch Loch.

Nimzowitsch erklärt den Begriff mit der Blockade. Eine Figur direkt vor einem gegnerischen Freibauern steht sicher, denn der Bauer schützt sie von vorn. So wird ihr Feld oft zu einem schwachen Punkt des Gegners. Später galt jedes Feld vor einem gegnerischen Bauern als schwach, wenn sich dort eine Figur dauerhaft halten kann.

Der Begriff wurde noch weiter gefasst. Lasker spricht zum Beispiel von schwachen weißen Feldern, schreibt Nimzowitsch. Dann braucht die Figur auf dem schwachen Feld keinen gegnerischen Bauern mehr als Schutzwall. Es genügt, dass der Gegner diese Felder nicht mehr bewachen kann.

Eigene Bauern verhindern also, dass sich gegnerische Figuren in deinem Lager einnisten. Frag dich darum vor jedem Bauernzug: Welches Feld kann dieser Bauer danach nicht mehr bewachen? Nimzowitsch rät, Züge zu vermeiden, die wichtige Punkte schwächen.

Lektion 27 zeigt das Feld vor einem Isolani. Lektion 39 zeigt ein Feld im Zentrum, das kein gegnerischer Bauer bewacht. In beiden Lektionen nutzt du ein schwaches Feld deines Gegners.

Zusammengefasst von der Redaktion in eigenen Worten. Das ist kein Zitat.

Ein Bauernzug mit späten Folgen

Gegen Pritzel tauschen beide Seiten früh die Damen, und Weiß drückt auf der d-Linie. Dann zieht Schwarz c6 und schwächt damit das Feld d6. Vorher stand die Linie nur unter Druck, jetzt ist sie geschwächt, schreibt Nimzowitsch. Besser war nach ihm ein Springerzug nach c6.

Lange geschieht auf d6 nichts. Viel später besetzt ein weißer Turm genau dieses Feld, und kurz darauf gibt Schwarz auf. Die Besetzung habe sich schon lange angekündigt, schreibt Nimzowitsch.

Was du gegen schwache Felder tun kannst

In «Mein System» zeigt Nimzowitsch, welche eigenen Bauern du besser früh loswirst. Manche Bauern werden erst schwach, wenn der Gegner mit seinen Bauern vorrückt. Dann tauschst du einen solchen Bauern rechtzeitig ab, solange es noch geht.

Manchmal verschwinden zwei Schwächen zugleich. Schwache Punkte und schwache Bauern neigen dazu, sich gegeneinander abzutauschen, schreibt Nimzowitsch. Er vergleicht das mit einem Austausch von Gefangenen.

Heute betrachtet

Heute sagt man meist schwaches Feld oder Loch. Besonders wichtig ist ein solches Feld im Zentrum oder in der Nähe des Königs. Ob es schadet, hängt aber von der Stellung ab. Kann eine gegnerische Figur dorthin gelangen und von dort etwas erreichen?

Wo du es bei Nimzowitsch findest

  • Mein System: I. Teil, 4.2b Der zweite Grund Originaltext noch nicht veröffentlicht

    Wie der Begriff des schwachen Punktes über das Blockadefeld entstanden sein könnte und später erweitert wurde.

  • Mein System: I. Teil, 4.2c Der dritte Grund Originaltext noch nicht veröffentlicht

    Bauern verhindern, dass sich gegnerische Figuren einnisten und schwache Punkte im eigenen Lager entstehen.

  • Mein System: I. Teil, Partie-Beispiele zu den ersten drei Kapiteln (Originaltext)

    Nimzowitsch gegen Pritzel: Ein Bauernzug schwächt das Feld d6, das Weiß später besetzt.

  • Mein System: I. Teil, 5. Kapitel - Der Abtausch Originaltext noch nicht veröffentlicht

    Unter den Regeln zum Abtausch: Schwache Punkte und schwache Bauern tauschen sich gern gegeneinander ab.

  • Mein System: II. Teil, 4. Kapitel - Wie man starke Punkte systematisch überdeckt und wie man schwache Bauern bzw. Punkte loszuwerden sucht Originaltext noch nicht veröffentlicht

    Neben der Überdeckung starker Punkte: welche schwachen eigenen Bauern man rechtzeitig loswerden soll.