Aus dem Buch «Die Praxis meines Systems» von Aaron Nimzowitsch
Partie 89
1. d4 Sf6 2. Sf3 e6 3. Lg5 h6 Von fraglichem Wert: der hierdurch bedingte Zuwachs an möglichen Ressourcen erscheint geringer als das durch die Lockerung heraufbeschworene Gefahrenmoment. Und überhaupt hüte man sich vor einer Überbelastung des kleinen Zentrums! Ein großes, aktives Zentrum könnte viel eher eigene Flügelschwächen aufsaugen, das kleine Zentrum ist aber dazu zu "passiv". 4. Lh4 b6 5. Sbd2 Lb7 6. e3 Le7 7. Ld3 d6 8. c3 O-O 9. h3 (Um evtl. Bg3 zu spielen, ohne dem Abtausch durch Nh5 ausgesetzt zu sein. Viel natürlicher erscheint aber 9. De2 nebst 0-0-0 und Angriff am Königsflügel. Lehrreich in diesem Sinne ist folgender Anfang: (Schwarz: Vidmar) 1. e3 d5 2. Nf3 Nf6 3. b3 Bg4 4. Bb2 Nd7 5. h3? (mit vertauschten Farben ist nun die Textpartie entstanden) 5. ... h5 6. Be2 e6 7. Ne5 Bxe2 8. Qxe2 Bd6 9. Nxd7 Qxd7 10. c4 c6 11. 0-0 0-0-0 12. Nc3 Bc7 13. d4 h5 14. c5 g5 15. b4 h4 16. b5 Rdg8!, und Vidmar gewann durch direkten Königsangriff.) 9… c5 10. O-O Sc6 11. De2 Sh5! 12. Lxe7 Dxe7 13. La6 Sf6 14. Tfd1 Tfd8 15. e4 Lxa6! (Weil er ein Manöver zur Verfügung hat, das die - weißfeldrige - Schwäche als illusorisch nachweisen soll. Viel schwächer wäre stattdessen 15… e5 wegen 16. d5 mit Möglichkeiten an beiden Flügeln.) 16. Dxa6 Dc7! 17. Tac1 Td7 18. b4 Tad8 19. De2 Sie geht freiwillig. 19… Se7 20. Te1 Sg6 21. g3 Tc8 22. bxc5 dxc5 23. Sb3 cxd4 24. cxd4 Db7 Weiß hat gar nichts erreicht. 25. Txc8+ Dxc8 26. Tc1 Tc7 27. Txc7 Dxc7 28. Sfd2 Dc3 29. Da6 Dc7 30. De2 Remis. Bezeichnend für das kleine Zentrum waren die langsamen Verschiebungen der schweren Figuren in der inneren Linie (vergleiche Zug 16, 17, 18, 21 und 26 von Schwarz). 30… Dc3 31. Da6 Dc7 1/2–1/2