Aus dem Buch «Die Praxis meines Systems» von Aaron Nimzowitsch
Partie 42
Bildet ein Pendant zur vorigen Partie und zeigt uns, auf welche Art und Weise eine durch keinerlei Unterlassung getrübte Blockierung sich in der 41. Partie hätte auswirken können. 1. d4 f5 2. e3 d6 3. Ld3 e5 4. dxe5 dxe5 5. Lb5+ c6 6. Dxd8+ Kxd8 7. Lc4 Ld6 8. Sf3 Sf6 9. Sc3 viel besser erscheint stattdessen die Zugfolge a4 nebst b3 und Bb2 oder Ba3 9… Ke7 10. a3 Td8 11. Ld2 b5 12. La2 a5 13. O-O b4 14. Sb1 c5 15. Lc4 e4 16. Sg5 La6 17. Lxa6 Txa6 18. axb4 axb4 19. Txa6 Sxa6 Die schwarze Blockierung weist dieselben Komponenten auf wie in der vorigen Partie, nämlich die d-Linie, das Zentralfeld e5 und die qualitative Mehrheit am Königsflügel. Verschärfend tritt aber noch der im Blockierungssinne drohend wirkende Damenflügel hinzu. 20. c3 h6 21. Sh3 Sg4 22. g3 Se5 23. Kg2 g5 24. Lc1 b3 25. Sd2 c4 26. Sg1 Sc5 27. Se2 Tg8 28. Sd4 f4 (28… f4 falls nun 29. exf4 gxf4 30. Te1 so 30… e3! 31. fxe3 fxg3) 29. Sf5+ Ke6 30. Sxd6 f3+ 31. Kg1 Kxd6 Die weiße Stellung macht nun einen hilflosen Eindruck. 32. Td1 Ke6 33. Sb1 Scd3 34. Sa3 Kd5 35. Sb5 Tb8 36. Sa3 Ta8 37. h3 Kc5 38. Kf1 Sxc1 Dies führt zum sofortigen Gewinn. 39. Txc1 Sd3 40. Tb1 Sxb2 41. Txb2 Txa3 42. Tb1 b2 Aufgegeben. Eine echte Blockadepartie mit einem Blockadenetz, das sowohl beide Flügel als auch das Zentrum umspannt. Ohne die Bedeutung der einengenden Flügeloperationen unterschätzen zu wollen, möchten wir aber doch bemerken, dass wir geneigt sind, die zentralen Manöver um e5 und d3 herum als wesentlicher zu betrachten: es war eben doch eine Blockierung vom Zentrum aus! 0–1