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Guter und schlechter Läufer: Läufer und Bauernfarbe
Auf einen Blick
Guter und schlechter Läufer sind heutige Namen. Schlecht heißt ein Läufer, dem eigene Bauern auf seiner Feldfarbe den Weg versperren. Der andere ist der gute. In den Texten von Aaron Nimzowitsch, die der Kurs nutzt, fehlen diese Wörter. Er spricht vom eingesperrten oder toten Läufer. Am Brett hilft die Idee, deine Bauern passend zu deinen Läufern aufzustellen.
Kurz erklärt
Stell dir schwarze Bauern auf d5 und e6 vor, beide auf weißen Feldern. Der weißfeldrige Läufer c8 findet hinter ihnen kaum eine freie Diagonale. Heute nennt man ihn schlecht. Der schwarzfeldrige Läufer kommt dagegen leicht ins Spiel und gilt als gut.
Nimzowitsch erklärt in «Mein System» den Grund. Ein Läufer reicht weit, aber die Felder der anderen Farbe kann er nie bewachen. Werden die eigenen Bauern auf seiner Farbe blockiert, sitzt der Läufer hinter ihnen fest. Nimzowitsch nennt ihn dann eingesperrt oder sogar tot.
Gegen Brinckmann stehen bald alle weißen Bauern auf schwarzen Feldern. Den schwarzfeldrigen Läufer von Weiß engt Nimzowitsch mit einem Bauernzug weiter ein. Den weißfeldrigen, nach heutigen Worten den guten, tauscht er mit Hilfe eines Bauernopfers ab. Danach kann Weiß die weißen Felder kaum noch bewachen.
Ein eingesperrter Läufer ist aber nicht immer nutzlos. In einem Aufsatz über Läufer im Fianchetto, damals schief genannt, verhindert ein solcher Läufer einen befreienden Vorstoß. Später wird derselbe Läufer wieder stark. Zudem lassen sich Bauern auf der Farbe des eigenen Läufers leicht verteidigen, schreibt Nimzowitsch an anderer Stelle.
Lektion 41 zeigt die Stärke und die Schwäche eines einzelnen Läufers. In der Partie gegen Brinckmann achtest du darauf, wie die Bauern die beiden weißen Läufer beeinflussen.
Zusammengefasst von der Redaktion in eigenen Worten. Das ist kein Zitat.
Heute betrachtet
Die Wörter gut und schlecht sind heute in Lehrbüchern verbreitet. Man schaut dafür vor allem auf die festgelegten Bauern in der Mitte. Ein schlechter Läufer kann trotzdem aktiv sein, wenn er vor seinen Bauern steht. Entscheidend ist, was er in der konkreten Stellung leistet.
Oft rät man heute: Stelle deine Bauern auf Felder der Farbe, die dein Läufer nicht erreicht. Oder tausche den schlechten Läufer gegen eine aktive gegnerische Figur. Den guten Läufer behältst du besser. Er bewacht die Felder, die deine Bauern nicht erreichen.
Wo du es bei Nimzowitsch findest
- Mein System: II. Teil, 3d Die Läufer Originaltext noch nicht veröffentlicht
Die Hauptstärke des Läufers ist seine Reichweite, seine Hauptschwäche sind die Felder der anderen Farbe.
- Mein System: I. Teil, 4.2c Der dritte Grund Originaltext noch nicht veröffentlicht
Eine Blockade lähmt auch die Figuren hinter dem blockierten Bauern; ein Läufer wird zum Gefangenen im eigenen Lager.
- Mein System: II. Teil, 2.5 Die verschiedenen Formen, unter denen die Hemmung aufzutreten pflegt, werden näher beleuchtet Originaltext noch nicht veröffentlicht
Beim gehemmten Doppelbauernkomplex nennt Nimzowitsch den eingesperrten Läufer als eine Hauptschwäche.
- Mein System: I. Teil, Partie-Beispiele zu den ersten drei Kapiteln (Originaltext)
Rabinowitsch gegen Nimzowitsch: Ein Bauer auf der Farbe seines Läufers ist leicht zu verteidigen.
- Aufsätze: Haben die "schiefen" Läufer etwas von ihrer Popularität eingebüßt? Originaltext noch nicht veröffentlicht
Die Läufer im Fianchetto wirken vorbeugend, auch wenn eigene Bauern ihre Diagonale eine Zeit lang sperren.
- Die Praxis meines Systems: Partie 46 (Originaltext)
Brinckmann gegen Nimzowitsch: Schwarz engt den Läufer c3 ein und tauscht mit einem Bauernopfer den weißfeldrigen Läufer ab.