Aus dem Buch «Die Praxis meines Systems» von Aaron Nimzowitsch
Partie 101
1. e4 c5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 Dieser Zug ist viel besser als sein Ruf und gewährt mindestens guten Ausgleich. 3… Dc7 (Am besten dürfte 3… d6 sein.) 4. c3! Denn nun ist das sonst im Falle von c3 unangenehme Gegenspiel Nf6 leicht zu parieren: Weiß kann nämlich bequem decken: Qe2. 4… a6 5. La4 Sf6 6. De2 e5 7. O-O Le7 8. d4 Weiß bietet nun ein Bauernopfer an, das Schwarz durch d6 hätte ablehnen sollen. 8… cxd4 (Ungenügend wäre auch 8… O-O wegen 9. Lxc6 Dxc6 10. dxe5 Sxe4 11. Te1 f5 12. exf6 Sxf6 13. Dxe7 Te8 14. Dxe8+ Sxe8 15. Txe8+ Kf7 16. Se5+ und behält eine Figur mehr.) 9. cxd4 Sxd4 10. Sxd4 exd4 11. e5 d3 (Falls 11… Sd5 so 12. e6 fxe6 13. Dxe6 Sb6 14. Lg5! Dd8 15. Lxe7 Sxa4! 16. Db3 Dxe7 17. Dxa4 mit überlegenem Spiel für Weiß.) (Weniger klar wäre hingegen nach 11… Sd5 12. e6 fxe6 13. Dxe6 Sb6 die Fortsetzung 14. Te1 Dd8 15. Lg5 Sxa4 16. Dxe7+ Dxe7 17. Txe7+ Kf8 mit zweifelhaftem Vorteil.) 12. De3! Sd5 (Auch 12… Lc5 bringt keine Rettung, zum Beispiel: 13. Dg3 Se4 14. Dxg7 Lxf2+ 15. Kh1 (nicht 15. Txf2 Dxc1+ 16. Tf1 De3+ mit Matt in 4 Zügen) 15… Tf8 16. Lh6 Lc5 17. e6! und gewinnt.) 13. Dg3 g6 (Auf 13… O-O folgt zunächst 14. Lb3) 14. Lb3 Sb4 15. Lxf7+! Kd8 16. Lh6! Dass dieser Läufer nach b6 schielt, dürfte man ihm wohl kaum ansehen können, und doch tut er es! 16… Sc2 17. Sc3 Sd4 (Verzweiflung. Falls 17… Sxa1 so 18. Sd5 Dc6 (am besten) 19. Le3! d6 20. Lb6+ Kd7 21. e6# Nach dem Textzug gewinnt Weiß eklatant.) 18. Dxd3 Dxe5 19. Tfe1 Df6 20. Txe7 Aufgegeben. (Bei 20. Txe7 Kxe7 folgt nämlich (bei 20… Dxe7 21. Dxd4) 21. Sd5+) 1–0