Aus dem Buch «Die Praxis meines Systems» von Aaron Nimzowitsch

Partie 103

Leonhardt, Paul Saladin – Nimzowitsch, AaronJubiläumsturnier der Berliner Schachgesellschaft, Berlin, 10. Februar 1928

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Lb4 4. exd5 exd5 5. Ld3 Sc6 6. Se2 Sge7 7. O-O O-O 8. Lf4 Lg4 da machte Leonhardt plötzlich Miene, einen Angriff einzuleiten, er zog nämlich: 9. h3 (Einfacher erscheint aber die Spielweise 9. f3 Lh5 10. Dd2 oder 10. Be3 nebst 11. Nf4. Die Schwächung des Punktes e3 wäre leicht zu ertragen gewesen.) 9… Lh5 10. Dc1 La5! Man kann nicht gerade behaupten, dass Schwarz ungewöhnliche Wege meide! 11. De3 (Auf 11. a3 (um Nb4 zu verhindern) war 11… Lxc3 beabsichtigt ( 12. bxc3 ), und der nach a3 gelockte Bauer würde jedenfalls eine gewisse Schwäche in der sonst tadellosen weißen Aufstellung bilden.) (Statt 11. Bxc3 (nach 11. a3 ) wären natürlich auch andere Züge möglich, zum Beispiel: 11… Lb6 (oder 11… Lg6)) 11… Sb4 12. Sg3 Sxd3 13. Sxh5 Sxb2! 14. Lh6! Die von Schwarz erwartete Antwort. 14… Sc4! 15. Dg5 (Auf 15. Dg3 (die Hauptvariante) wäre gefolgt: 15… Sf5 16. Dg4 g6 17. Lxf8 Lxc3 , und der Bf8 ist ohne mögliche Retraite (ein Rincksches Motiv, das unter dem Namen das "Läuferkreuz" bekannt ist).) 15… Sg6 16. Sxd5 f6 (An dieser Stelle gab es für Schwarz neben dem Textzuge noch zwei andere gute Fortsetzungen. Erstens die einfache Abtauschwendung 16… Dxg5 17. Lxg5 f6 18. Le3 Tad8 mit "weißfeldrig" überlegenem Schlussspiel.) (Ferner die von Kostitsch mitgeteilte Variante: 16… Ld2 zum Beispiel: 17. Dxd8 Taxd8 18. Lxd2 Sxd2 19. Tfd1 Txd5 20. Txd2 Txh5) (Oder ( 16… Ld2 ) 17. f4 Dxg5 18. Lxg5 f6 19. f5 Lxg5 mit Bauernplus) (oder schließlich ( 16… Ld2 ) 17. Se3 gxh6 18. Dxd8 (18. Dxh6 Dxd4) 18… Taxd8 19. Sxc4 Txd4 20. Tad1 Tfd8 wiederum mit Bauernplus. - Die gewählte Spielweise scheint aber noch stärker zu sein.) 17. Sdxf6+ Txf6 (oder 17… gxf6 18. Db5) 18. Lxg7 Tf7 19. Lf6 Dd6 20. Tad1 (Auf 20. Dh6 könnte folgen 20… Te8 21. f4 Te2 22. f5 Ld2 23. fxg6 (oder 23. Lg5 Se3 und Schwarz hat nicht nur einen Offizier mehr, sondern auch einen sehr starken Angriff.) 23… Lxh6 24. gxf7+ Kf8 und Schwarz gewinnt.) 20… Taf8 21. Db5 (Falls 21. Dh6 so 21… c6 (drohend Bd8) 22. f4 Se3 23. f5 Sxf1 24. Txf1 (24. fxg6? Dh2+ usw.) 24… Ld2 25. Dxd2 Txf6 26. Sxf6+ Dxf6 mit schwarzem Gewinn.) 21… Dc6 22. Dxc6 bxc6 23. Lg5 Tf5 24. f4 Se3 25. g4 T5f7 26. f5 Sxf1 27. Txf1 Lc3 28. Td1 Se7 29. Td3 Sd5 30. Kg2 Tb8 31. Kf3 Tb2 32. Sf6+ Txf6 (Da ich den schönen Zentralspringer nicht gern hergeben mochte, aber natürlich hätte auch das einfache 32… Sxf6 33. Txc3 Tb6 ohne Schwierigkeiten gewonnen. Der Rest ist leicht verständlich. Es folgte noch:) 33. Lxf6 Txa2 34. g5 Txc2 35. Le5 a5 36. g6 a4 37. Td1 Td2 38. Tb1 Lb2 39. gxh7+ Kxh7 40. Tg1 Lxd4 (pariert alles) 41. Tg7+ Kh8 42. Tg2+ Lxe5 43. Txd2 a3 44. Te2 Lb2 45. Te8+ Kg7 46. Ta8 Sb4 Aufgegeben. 0–1