Aus dem Buch «Die Praxis meines Systems» von Aaron Nimzowitsch
Partie 84
1. Sf3 Sf6 2. c4 c6 3. e3 d5 4. Le2 Lf5 5. Sc3 e6 6. d4 auf Umwegen sind wir nun zu einer sehr bekannten Aufstellung gelangt 6… Ld6 (besser wäre zunächst 6… Sbd7) 7. Db3 Db6 (den Vorzug verdiente 7… Dc8) 8. c5 Dxb3 9. axb3 Lc7 10. b4 Der kommende Gegenangriff (e6-e5) wird mit gutem "Zentralgewissen" ignoriert, denn selbst nach "erreichtem" e6-e5 wäre immer noch nichts erreicht. Das weitere Vorgehen e5-e4 (e5xd4 ist gewiss harmlos) würde nämlich bloß zu einer Mumifizierung führen, die zwar durch den f-Bauern (f7-f5-f4) zu beheben wäre, was aber viel zu viel Zeit kosten würde. Somit ist e6-e5 als ungefährlich entlarvt, und Weiß darf seinen Flügelangriff rücksichtslos fortsetzen. 10… Sbd7 11. b5 Ke7 12. b4 a5! Ein geistreicher Versuch, das Spiel zu öffnen. Andernfalls wäre das weiße Spiel sichtlich überlegen. 13. bxa6 bxa6 14. Sh4! (Den Bauern zu nehmen wäre kaum empfehlenswert, zum Beispiel: 14. Txa6 Txa6 15. Lxa6 Tb8 16. b5 Se4 17. Ld2 Sxc3 18. Lxc3 Ld3 Andererseits erscheint die Deckung des b-Bauern durch Ra4 als minderwertig, denn in einigen Varianten muss Weiß a6-a5 durch b4-b5 zu beantworten in der Lage sein. Es gilt also, die a-Linie freiwillig zu verlassen, um sich dafür das Standfeld b1 zu sichern.) 14… Thb8 15. Sxf5+ exf5 16. Tb1 Se4 17. Sxe4 fxe4 Nun sieht es so aus, als ob e6-e5-e4 tatsächlich geschehen wäre. 18. Kd2! Strebt nach c2, um den Rb1 gründlich zu decken. 18… Tb7 (Falls 18… a5 so 19. b5 cxb5! 20. Txb5 Txb5 21. Lxb5 Tb8 22. La4 Tb4 23. Lc2 mit der Drohung Ba3, und Weiß wäre vorzuziehen.) 19. Kc2 Sf6 (Um den Springer nach b5 zu führen (über e8 und c7). Die Initiative durch 19… Tab8 20. Ld2 a5? wäre natürlich wegen 21. bxa5 erfolglos (hierbei zeigt es sich, wie gut es war, den Turm b1 gründlich zu decken).) 20. Ld2 Se8 21. Ta1 Zuerst die Konsolidierung, dann den Angriff! 21… Tba7 22. f3 Öffnet nicht nur die f-Linie für die Türme, sondern auch die Diagonale e1-h4 für den Läufer d2. 22… f5 23. fxe4 fxe4 24. Ta2 Ld8 25. Tha1 Sc7 26. Le1! Daran scheitert das hübsche Verteidigungsspiel des Schwarzen. 26… Sb5 27. Lh4+! Ke8 28. Lxd8 Kxd8 29. Lxb5 cxb5 30. Kd2! Die Pointe der Abtauschwendung. Der König eilt nach dem rechten Flügel, um den Turm, der den Einbruch via f-Linie auszuführen hat, nach Kräften zu unterstützen. An dieser Unterstützungsaktion beteiligt sich späterhin auch der h-Bauer (siehe die Note zum 37. Zuge von Weiß), während die schwarzen Figuren, ganz im Gegensatz hierzu, kein rechtes Zusammenspiel zu organisieren vermögen. 30… Ke7 31. Ke2 Ke6 32. Kf2 Kd7 33. Ta5! Blockadezug mit Eventualdrohung (Rxb5). 33… Kc6 34. Kg3 Kb7 35. Tf1 Kc6 36. Tf5! Te7 37. h4 Drohend h4-h5-h6 mit nachfolgendem Rf6+. 37… Taa7 (Er gibt die 8. Reihe preis, aber auf 37… Td7 wäre bereits 38. Te5 gefolgt.) 38. h5 Te6 (Auf 38… h6 würde sowohl 39. Kh4 nebst g2-g4-g5 (als auch 39. Tf8 Kb7 40. Td8 gewinnen. Schwarz hat eben zu viel Schwächen.)) 39. Tf8 Der Rest ist Sache der Technik: 39… g6 40. h6 g5 41. Tb8 Kc7 42. Tbxb5 Txh6 43. Ta4 Tf6 (oder 43… Tb7 44. Tba5) 44. Tba5 Kc8 45. Kg4 um den h-Bauern nach h6 zu locken 45… h6 46. Ta2 Taf7 (falls 46… Tb7 so 47. Txa6 Txa6 48. Txa6 Txb4 49. Txh6 [vergleiche die Note zum 45. Zuge] 49… Tb3 50. Th3 und gewinnt) 47. Txa6 Txa6 48. Txa6 Tf2 49. g3 Tb2 50. Txh6 Tb3 (oder 50… Txb4 51. Kxg5 Tb3 52. Kf4) 51. Td6 Txe3 52. Txd5 Td3 53. b5 e3 54. Kf3 Aufgegeben. 1–0