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Bauernkette: Angriff an der Basis

Auf einen Blick

Bauernkette nennt man eine schräge Reihe von Bauern, vor denen je ein gegnerischer Bauer steht. Den hintersten Bauern, der die anderen trägt, nennt Aaron Nimzowitsch die Basis. In «Mein System» zeigt er, warum du eine Kette an ihrer Basis angreifst. Am Brett hilft dir das bei der Wahl des Plans: Wo greifst du an, und wo musst du dich schützen?

Kurz erklärt

Nach 1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 stehen die weissen Bauern d4 und e5 schräg hintereinander. Ihnen gegenüber stehen die schwarzen Bauern d5 und e6. Jeder Kettenbauer stützt den nächsten. Den untersten nennt Nimzowitsch die Basis: für Weiss ist das d4, für Schwarz e6.

Mit einer Kette entstehen für Nimzowitsch zwei Kampfplätze. Der eine ist der Flügel, den deine Kette einengt; dort greifst du mit Figuren an. Der andere ist die Basis der gegnerischen Kette; sie greifst du mit einem Bauern an.

Greife eine Kette an der Basis an, nicht an der Spitze. Nimzowitsch vergleicht die Kette mit einem Haus: Wer es sprengen will, beginnt beim Fundament und nicht beim Schmuck. Fällt die Basis, kommt die neue Basis an die Reihe. Am Ende sollen deine eigenen eingeengten Bauern wieder vorrücken können.

Für Nimzowitsch ist eine Kette vor allem eine Blockade. Die Kettenbauern halten die gegnerischen Bauern auf wie eine Blockadefigur. Fällt ein Kettenbauer, kann eine Figur seine Aufgabe übernehmen. Den aufgehaltenen Bauern ist es gleich, ob ein Bauer oder eine Figur sie bremst.

Ist die Basis zu gut geschützt, kannst du den Angriff übertragen. Du schiebst deinen angreifenden Bauern einen Schritt weiter. So wird der nächste Bauer der gegnerischen Kette zur neuen Basis, und die ist vielleicht leichter zu erschüttern. Vergiss dabei nicht, dass auch deine eigene Kette eine Basis hat.

Zusammengefasst von der Redaktion in eigenen Worten. Das ist kein Zitat.

Überrumpeln oder belagern

Für den Angriff auf die Basis gibt es zwei Wege. Beim Überrumpeln greifst du die Basis immer wieder an, bis der Gegner die Kette selbst auflöst. Danach vertreibst du die Figuren, die den Platz der Bauern einnehmen. Beim Belagern legst du die Basis fest und greifst sie langsam mit Figuren an.

Nimzowitsch betont: Irgendwann musst du dich für einen der beiden Wege entscheiden. Hältst du dir beide zu lange offen, kann sich der Gegner befreien.

Zum Nachspielen

In Lektion 20 erkennst du Basis und Spitze und greifst eine Kette an der Basis an. Lektion 28 zeigt, wie Weiss die Basis seiner Kette mehrfach deckt.

In der Partie Nimzowitsch gegen Salwe verschwinden die weissen Kettenbauern d4 und e5 nach und nach. Doch weisse Figuren besetzen ihre Felder und halten die schwarzen Bauern weiter auf. Salwes Befreiungsversuch scheitert, weil er diese Figuren nicht vertreiben kann. Nimzowitsch sah in der Partie ein erstes Musterbeispiel seiner neuen Lehre vom Zentrum.

Auch gegen Székely gibt Nimzowitsch früh den Bauern d4 her. Dafür stützt er den Bauern e5 mit Turm, Springer und Dame.

Heute betrachtet

Auch heute greift Schwarz in dieser Stellung der Französischen Verteidigung meistens zuerst mit dem c-Bauern gegen d4 an. Weiss stützt die Basis dann oft mit dem Bauern c3. Ist d4 gut geschützt, greift Schwarz später oft auch die Spitze e5 mit dem f-Bauern an.

Nimzowitschs Regel ist darum ein guter Kompass, aber kein Gesetz für jede Stellung.

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