Fachlich geprüft am 2. November 2026: Schach, Quellen und Sprache. So prüfen wir

Lektion 21

Was möchte dein Gegner?

Lernziel
Du fragst vor deinem Zug, was dein Gegner möchte, und verhinderst einen gefährlichen Plan.
Das solltest du schon kennen

Dauer: etwa 7 Minuten

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Denkfragen in dieser Lektion

Diese Fragen kannst du dir in jeder Stellung stellen. Sie helfen dir, einen guten Zug zu finden.

  • Was droht?

Schritt 1 von 7

Schau zuerst

Weiß ist am Zug. Bevor du ziehst, schau dir die schwarzen Figuren an.

Stell dir vor, Schwarz wäre am Zug. Auf welches Feld möchte sein Springer springen?

Pfeiltasten bewegen den Fokus über die Felder. Enter oder Leertaste markiert ein Feld oder hebt die Markierung auf.

In welche Figur soll sich der Bauer verwandeln?

Feld aus einer Liste wählen
Stellung als Liste

Weiß

  • König e1
  • Turm a1
  • Läufer f1
  • Bauer a2
  • Bauer b2
  • Bauer f2
  • Bauer g2
  • Bauer h2

Schwarz

  • König g8
  • Turm d8
  • Springer b4
  • Bauer a7
  • Bauer b7
  • Bauer f7
  • Bauer g7
  • Bauer h7

Schritt 2 von 7

Entscheide

Du hast einen eigenen Plan. Aber was möchte Schwarz?

Du möchtest deinen Läufer ins Spiel bringen. Welchen Plan wählst du?

Pfeiltasten bewegen den Fokus über die Felder. Enter oder Leertaste wählt eine Figur und zieht sie auf ein markiertes Feld. Escape hebt die Auswahl auf.

In welche Figur soll sich der Bauer verwandeln?

Stellung als Liste

Weiß

  • König e1
  • Turm a1
  • Läufer f1
  • Bauer a2
  • Bauer b2
  • Bauer f2
  • Bauer g2
  • Bauer h2

Schwarz

  • König g8
  • Turm d8
  • Springer b4
  • Bauer a7
  • Bauer b7
  • Bauer f7
  • Bauer g7
  • Bauer h7
Welcher Plan passt?

Schritt 3 von 7

Probiere es

Verhindere die Gabel, bevor Schwarz sie spielen kann.

Pfeiltasten bewegen den Fokus über die Felder. Enter oder Leertaste wählt eine Figur und zieht sie auf ein markiertes Feld. Escape hebt die Auswahl auf.

In welche Figur soll sich der Bauer verwandeln?

Zug aus einer Liste wählen
Stellung als Liste

Weiß

  • König e1
  • Turm a1
  • Läufer f1
  • Bauer a2
  • Bauer b2
  • Bauer f2
  • Bauer g2
  • Bauer h2

Schwarz

  • König g8
  • Turm d8
  • Springer b4
  • Bauer a7
  • Bauer b7
  • Bauer f7
  • Bauer g7
  • Bauer h7

Schritt 4 von 7

Warum funktioniert das?

Der Springer möchte nach c2. Von dort würde er Schach geben und zugleich deinen Turm a1 angreifen.

Mit Tc1 bewachst du c2. Nach Ke2 oder Tb1 kann der Springer von c2 aus nicht mehr König und Turm zugleich angreifen. a3 dagegen kommt zu spät: Der Springer springt mit Schach nach c2.

Einen Zug, der den Plan des Gegners verhindert, bevor er ihn spielen kann, nennt man Prophylaxe.

Merksatz

Frage vor jedem Zug: Was möchte mein Gegner? Ist sein Plan gefährlich, verhindere ihn zuerst.

Wann gilt das?

Am dringendsten ist das, wenn sein nächster Zug dir Material oder die Partie kosten würde. Oft erkennst du seinen Plan aber schon früher: Dann verhinderst du ihn, bevor er droht. Ist sein Plan harmlos, verfolge deinen eigenen weiter.

Schritt 5 von 7

Wie Nimzowitsch: früh verhindern

Eine Partie aus «Die Praxis meines Systems»: Wendel gegen Nimzowitsch, Stockholm 1921. Noch ist dein Bauer c7 sicher, denn die Dame deckt ihn. Aber was hat Weiß vor?

Nimzowitsch spielt Schwarz. Was möchte der weiße Springer c3? Verhindere seinen Plan mit einem ruhigen Zug.

Pfeiltasten bewegen den Fokus über die Felder. Enter oder Leertaste wählt eine Figur und zieht sie auf ein markiertes Feld. Escape hebt die Auswahl auf.

In welche Figur soll sich der Bauer verwandeln?

Zug aus einer Liste wählen
Stellung als Liste

Weiß

  • König e1
  • Dame d1
  • Turm a1
  • Turm h1
  • Läufer f1
  • Läufer g3
  • Springer c3
  • Springer g1
  • Bauer a2
  • Bauer b2
  • Bauer c2
  • Bauer d5
  • Bauer f2
  • Bauer g2
  • Bauer h2

Schwarz

  • König e8
  • Dame d8
  • Turm a8
  • Turm h8
  • Läufer c8
  • Läufer f8
  • Springer g6
  • Springer g8
  • Bauer a7
  • Bauer b7
  • Bauer c7
  • Bauer e4
  • Bauer e7
  • Bauer f7
  • Bauer g7
  • Bauer h7

Schritt 6 von 7

Neue Stellung, gleiche Frage

Wieder spielst du Schwarz. Ein weißer Bauer steht ungedeckt.

Du bist am Zug. Frage dich zuerst: Was möchte Weiß?

Pfeiltasten bewegen den Fokus über die Felder. Enter oder Leertaste wählt eine Figur und zieht sie auf ein markiertes Feld. Escape hebt die Auswahl auf.

In welche Figur soll sich der Bauer verwandeln?

Zug aus einer Liste wählen
Stellung als Liste

Weiß

  • König g1
  • Turm d1
  • Bauer a2
  • Bauer b3
  • Bauer f2
  • Bauer g2
  • Bauer h2

Schwarz

  • König g8
  • Turm c2
  • Bauer a6
  • Bauer b5
  • Bauer f7
  • Bauer g7
  • Bauer h7

Schritt 7 von 7

Nimzowitsch und heute

Quelle

Für Nimzowitsch ist Positionsspiel vor allem Prophylaxe: Man solle unerwünschten Möglichkeiten im positionellen Sinne von vornherein die Spitze abbrechen. Die Missgeschicke wenig geübter Spieler nimmt er dabei aus; er meint Pläne, etwa die befreienden Bauernzüge des Gegners. Ein Zug, der eine scharfe Drohung abwehrt, könne zugleich tiefere prophylaktische Bedeutung haben. Gegen Wendel (Stockholm 1921) wehrte er die Drohung Sb5 mit 6…a6 ab statt mit 6…f5, weil er seine Karten nicht zu früh aufdecken wollte und das Feld b5 später wichtig werden konnte. Die Texte sind für den Kurs neu geschrieben; die Aufgabe aus dieser Partie folgt der Webtranskription.

  • Mein System, II. Teil, 1. Kapitel (Originaltext noch nicht veröffentlicht)
  • Mein System, II. Teil, 1.3 Meine neuartige Auffassung des Positionsspiels (Originaltext noch nicht veröffentlicht)
  • Die Praxis meines Systems, 3. Überdeckung und andere Formen der Prophylaxe (Originaltext noch nicht veröffentlicht)
  • Die Praxis meines Systems, Partie 55: Wendel gegen Nimzowitsch

Heute betrachtet (Redaktion)

Heute spricht man von prophylaktischem Denken. Dazu gehört die Frage aus dieser Lektion: Was würde mein Gegner spielen, wenn er jetzt am Zug wäre? Spieler wie Tigran Petrosjan und Anatoli Karpow waren berühmt dafür, die Pläne ihrer Gegner früh zu verhindern.

Aaron Nimzowitsch: anders auf das Brett schauen